Die unterschiedlichen Formen des Crowdfunding

Crowdfunding ist vermutlich mehr Neuland als das Internet. Von den Jahreszahlen gesehen, auf jeden Fall. Die großen Plattformen aus Amerika sind 2007 (Indiegogo) bzw. 2009 (Kickstarter) online gegangen. Seitdem verbreitet sich die Idee von Crowdfunding schnell weiter.

Und so unterschiedlich die Projekte sind, so unterschiedlich sind auch die Finanzierungsbedürfnisse der einzelnen Projekte. Daran hat sich in den letzten Jahren auch die Definition von Crowdfunding abgearbeitet.

Aktuell reden wir (genauer: der Crowdfunding Industry Report) von fünf verschiedenen Möglichkeiten der Crowd-Finanzierung. Grundsätzlich ist mit Crowdfunding die Finanzierung durch viele Personen gemeint. Je nachdem, was der einzelne „Finanzierer“ als Gegenleistung aus dem Projekt erhält, handelt es sich um eine spezielle Kategorie des Crowdfunding

donation-based Crowdfunding

Das Münchner Tierheim plant auf Betterplace den Bau eines neuen Katzendorfes.  Der Spender kann sich für Katzenhäuschen oder Fleecedecken entscheiden. Eine materielle oder finanzielle Gegenleistung an den Spender erfolgt nicht. Solche Projekte können z.B. auf Betterplace erstellt und unterstützt werden.

lending-based Crowdfunding

Muhammad Yunus bekam 2006 den Friedensnobelpreis für seine Idee des Mirkokreditwesens und der Vision, dass auch die Ärmsten kreditwürdig sind und eine Anschubfinanzierung für ihr Geschäft verdient haben. Mit den folgenden Einnahmen werden die Kredite samt Zinsen wieder zurückgezahlt. Was Yunus mit der Grameen Bank Salonfähig gemacht hat, kann auch durch Crowdfunding abgebildet werden.

Allerdings ist hier keine Bank mehr im Spiel – Menschen geben Menschen (p2p) einen Kredit.

Khalida aus Pakistan (ein Projekt auf Kiva) benötigt Garnrollen, Reißverschlüsse und Knöpfe, um als Näherin zu arbeiten und ihre Familie zu unterstützen. Erst wenn die Arbeiten erledigt sind, wird Khalida bezahlt. Ohne Investition in die benötigten Handarbeitswaren, könnte sie mir ihrer Arbeit nicht starten.

equity-based Crowdfunding

Wer Anteile an einem Unternehmen erwerben möchte, für den ist das equity-based Crowdfunding oder auch Crowdinvesting genannt, das richtige.

Das Produkt „Vibewrite“ hat auf Seedmatch schon viele Crowdinvestoren/ Anteilseigner gefunden.

Wobei es sich genau genommen um eine Mischung aus reward-based und equity-based Crowdfunding handelt. Denn die Investoren erzielen nicht nur die Rendite, sondern erhalten auch das Produkt.

reward-based Crowdfunding

Und damit wären wir auch bei der Erklärung des „klassischen“ Crowdfunding-Konzepts, dem reward-based Crowdfunding.

Ob legendäre Karma Chucks, das „Koch dich Türkisch“ Kochbuch oder das Rekord finanzierte Musik-Album von Thomas Godoj : mit der Überweisung des Geldbetrags folgt nach erfolgreichem Funding-Ende die Zustellung des Dankeschöns durch den Postboten. Im digitalen Zeitalter findet sich auch ab und an ein Gutschein im Email-Posteingang.

Und last but not least und relativ neu, die Kategorie:

royalty-based Crowdfunding

Im Gegensatz zum equity based Modell geht es nicht darum Anteilseigner für das Unternehmen zu finden, sondern jeweils von den Einnahmen einen Anteil an den Geldgeber zurück zu geben. D.h. erst, wenn das Produkt auf den Markt kommt und verkauft wird, hat der Crowdfunder von seiner Investition etwas. Im Gegensatz zu allen anderen Formen, ist zum Zeitpunkt des Fundings nicht absehbar, was oder wie hoch der Erlös tatsächlich sein wird.

Eine Plattform, die nach dem Prinzip funktioniert ist z.B. Appsfunder. http://www.appsfunder.com

Resümee

Das ist sicherlich noch nicht das Definitionsende. Und im Gegensatz zur Theorie erscheinen diese fünf Formen in der Praxis nicht immer getrennt voneinander.

Vibewrite z.B. hatte zuerst bei Kickstarter im Jahr 2013 eine reward-based Kampagne gestartet, die nicht zum gewünschten Erfolg führte. Mit dem aktuellen Seedmatch-Projekt und dem geänderten Konzept, sich an Investoren zu wenden, die Renditechancen sehen, haben sie die erste Investmentstufe bereits erklommen.

Welche Art des Crowdfunding am Ende für ein Projekt eingesetzt wird, hängt start von der Idee, dem Konzept und der Zielgruppe ab.

Und damit: Frohes crowdfunden!

Ein Abend mit Indiegogo

Am 24.06. hatte Indiegogo zum ersten Indiegogo Crowdfunding Event in München geladen. In den Räumen des Coworking-Spaces von Wayra bot sich die perfekte Kulisse zum Austausch.

Nachdem Michael Gebert (Mitglied des German Crowdfunding Network) über Crowdfunding und Sven Hock (Indiegogo) über die Plattform gesprochen hatten, kam ein erfolgreicher Crowdfunder zu Wort.

Tim Kirchner, Co-Founder von Luuv) sammelte innerhalb von zwei Monaten 65.000 Dollar für die Produktion ihres Schwebestativs, mit dem Aufnahmen in der Bewegung möglich sind, ohne verwackelte Bilder zu erhalten.

Danach gab es noch eine Diskussionsrunde mit Christian Busch (Indiegogo New York),Christian Damjakob, Konrad Lauten und Jessica White (VibeWrite).

Nach zwei kurzen Pitches für Crowdfunding Kampagnen auf Indiegogo wurde dann der offizielle Teil beendet. Der Austausch ging weiter.

Und der Abend zeigte einmal mehr, wie wichtig es ist, sich mit Crowdfundern zu unterhalten und von ihnen zu lernen.

Wer kennt hilfreiche Erfahrungsberichte von Crowdfundern? Gerne in den Kommentaren verlinken😉

Rückblick und Ausblick: von Visionen, Journalismus und Austausch

In der vergangenen Woche hat das Projekt „The Ocean Cleanup“  große Aufmerksamkeit erhalten und ist durch die sozialen Medien und die Presse weit verbreitet worden.

Boyan Slat stellte sich die Frage, warum man sich durch die Meere bewegen muss, um nach dem Müll zu fischen, wenn sich doch die Meere unentwegt selbst bewegen und damit auch den Abfall ständig weitertransportieren.

Der 19-jährige hat vor zwei Jahren seine Idee der Müllbeseitigung in den Meeren auf einer TedX Konferenz vorgestellt. Und aus der Idee ist eine Vision geworden, die er Schritt für Schritt mithilfe von Crowdfunding umsetzt. Vor einem Jahren hatte er fast 90.000 US Dollar für die Machbarkeitsstudie seiner Idee via Indiegogo  gesammelt. Die Idee: Mit Hilfe schwimmender Barrieren den Müll, der im Wasser treibt, einzusammeln.

Die zweite Phase des Projektes ist sei zwei Wochen eingeläutet, nachdem die Machbarkeitsstudie positiv ausgefallen war. Um in der Pilotphase an der Entwicklung der Barrieren zu arbeiten, sollen zwei Mio. US Dollar auf der Projektseite https://fund.theoceancleanup.com gefundet werden.

Gleichzeitig melden sich kritische Stimmen, die vor den Kräften der Ozeane warnen und befürchten, dass das Projekt an den Naturgewalten scheitern könnte.

In 88 Tagen wird sich erst einmal zeigen, ob die zweite Projektphase stattfinden kann. Schon jetzt sind 22% der Fundingsumme investiert. Wer möchte nicht eine Vision unterstützen, die gelebt und umgesetzt wird?

 

Auch bei den Krautreportern geht es um gelebte Visionen. Seit Freitag kann den Krautreportern zu ihrem gelungenen Endspurt und insgesamt 16507 Unterstützern gratuliert werden.

 

Und wenn wir schon beim Journalismus sind, ist noch eine interessante Meldung von der Kickstarter Plattform hervorzuheben, die zwei neue Kategorien verkündet hat. Seit einer Woche können Handwerk/Basteln und Journalismus-Projekte angelegt und unterstützt werden.

Damit aber nicht genug Journalismus-„Featuring“. Es gibt außerdem eine Partnerschaft zwischen Kickstarter und The Guardian. The Guardian stellt seine Lieblings(Kickstarter)kampagnen zusammen und erhöht damit Aufmerksamkeit und Reichweite der Projekte.

The Guardian hatte bereits Anfang des Jahres die Crowdfunding Plattform „Contributoria“  gelauncht. Und genau, auch da liegt der Schwerpunkt auf Journalismus.

 

Wer sich nicht nur Infos zum Thema Crowdfunding konsumieren, sondern sich auch austauschen möchte, findet mittlerweile Stammtische und Events in zahlreichen Städten.

16.06.2014, Zürich, Stammtisch Crowdfunding

17.06.2014, München, IHK München

17.06.2014, Hamburg, Nordstarter Crowdfunding Club

diverse, Berlin, http://www.crowdfunding-berlin.com/de/termine/

Wenn ihr einen interessanten Veranstaltungs-Tipp habt oder eine gute Übersichtseite kennt,  teilt sie gerne in den Kommentaren😉

Die Ungewissheit um den Flug MH370: Mit Crowdfunding die Hoffnungen nähren

Nach drei Monaten intensiver Suchaktionen gibt es weiterhin keine Hinweise auf den Verbleib der Boeing 777, die am 8. März auf dem Flug MH370 von Kuala Lumpur nach Beijing verschwunden ist. Für die Angehörigen der 239 Fluggäste und der Crew kein Grund, die Hoffnung aufzugeben und so nehmen sie die Suche in ihre eigenen Hände. Mit einer Crowdfunding Kampagne möchte ein siebenköpfiges Team fünf Millionen Dollar einsammeln, um die Nachforschungen fortzusetzen. Die Crowdfundingaktion läuft vom 08.06. bis 08.07.2014.

Die Schlagzeilen und Gerüchte darüber, was auf dem Flug MH370 passiert sein könnte, reichen von einer brennenden Maschine, die am Himmel gesichtet worden sein soll, über den Abschuss des Flugzeuges durch das Militär, bis hin zu dem Verdacht des ehemaligen Malaysischen Präsidenten Dr. Mahathir Mohamad, dass die CIA bei diesem Thema etwas zu verbergen hätte.

In der Zwischenzeit waren knapp 40 Schiffe und 22 Flugzeuge in die Rettungs- und Suchaktion der Boeing 777 involviert. Die Hilfe kam von Malaysia, Vietnam, China, Singapur und den USA. Einige Nachrichtenseiten berichten von dem Einsatz der Bluefin-21, einer Unterwasserdrohne, die den Bereich, in dem das Flugzeug abgestürzt sein könnte, systematisch nach Wrackteilen abgesucht hat.

Nachdem die Maßnahmen keine neuen Erkenntnisse zur tatsächlichen Absturzstelle oder zum Verbleib des Flugzeuges bringen konnten, werden die Verschwörungstheorien lauter. Verschwörungstheorien in dem Sinne, dass die Untersuchungen nicht neutral geführt und nicht alle Erkenntnisse veröffentlicht wurden.

Aus diesem Grund haben sich Ghislain Wattrelos, Sarah Bajc, K.S. Narendran, Pralhad Shirseth, Peter Weeks – die nach ihren Angehörigen suchen – sowie Maarten Van Sluys, der 2009 seine Schwester auf dem Air France447 verloren hat, und Ethan Hunt, ein Geschäftsmann, zusammengetan und die Kampagne „$5,000,000 Reward MH370 – In Search Of The Truth – Find The Plane & Passenger“ auf Indiegogo gestartet.

Die Aufgabe für den Kampagnenleiter Ethan Hunt wird ähnlich herausfordernd, wie für den gleichnamigen Acionhelden aus Mission Impossible. Auch hier scheint eine schier unmögliche Aufgabe auf ihre Erfüllung zu warten.

Wenn man versucht über Ethan Hunt mehr zu erfahren, landet man auf der Firmenseite, die unter den Punkten „Terms of Service“ und „Privacy Policy“ nur ein Coming Soon zu stehen hat. Die letzten News sind aus 2013. Übereinstimmend, mit dem Zeitraum, als die Firma Rapide 3D auf Indiegogo eine Crowdfundingaktion für ihr Produkt, den 3d-Printer, laufen hatte. Die Aktion konnte damals erfolgreich abgeschlossen werden.

Ob sich auch die fünf Millionen Dollar in 30 Tagen sammeln lassen, bleibt abzuwarten. Das Geld soll zum einen für Hinweisgeber eingesetzt werden, als auch weitere Untersuchungen und Nachforschungen finanzieren. Das Kampagnen-Team möchte sich für mehr Sicherheit einsetzen, sollten die Ergebnisse auf Mängel oder Versäumnisse hinweisen.

Für den schon erwähnten Air France447 Flug von Rio de Janeiro nach Paris, der am 31. Mai /1. Juni 2009 über dem Atlantik abgestürzt ist, wurden mehr als zwei Jahre und insgesamt fünf Suchphasen benötigt bis das Wrack gefunden werden konnte.

Bleibt abzuwarten, ob in 30 Tagen die 5 Mio. Dollar zusammen kommen werden und wann es neue Erkenntnisse über die MH370 geben wird.

Kennt ihr weitere Beispiele, in denen Crowdfunding eingesetzt wurde, um Such- und Rettungsaktionen umzusetzen?

Das Crowdfunding-Projekt „Krautreporter“

Wer sich für Crowdfunding interessiert, kommt dieser Tage nicht umhin, sich mit den Krautreportern zu beschäftigen.

Schon auf der re:publica14 wurden auf dem Panel „Lohnt sich Onlinejournalismus überhaupt noch? Das Problem der Monetarisierung“ die Themen „De Correspondent“  und ein 60 Euro „Jahresbeitrag“ für ein nachhaltiges, gut recherchiertes Onlinemagazin diskutiert. Zum Abschluss stellte Moderator Philip Banse die Frage ans Publikum (ab Minute 44:00), wer bereit wäre 60 Euro im Jahr für solch ein journalistisches Projekt zu bezahlen. Die Resonanz war verhalten.

Am 13.05. war es dann so weit und die Krautreporter schoben den Vorhang zur Seite und präsentierten sich der Öffentlichkeit.

Der Link zur Crowdfunding Kampagne: https://krautreporter.de/das-magazin

http://blog.krautreporter.de/

https://www.facebook.com/Krautreporter

https://twitter.com/Krautreporter

„Ihr seid die Crowd, wir sind die Reporter. Zusammen sind wir Krautreporter.“ So der Slogan des Projektes. Zwei Seiten, die sich zusammenschließen, um folgendes zu kreieren: „Krautreporter ist ein tägliches Magazin für die Geschichten hinter den Nachrichten. Werbefrei, gemacht für das Internet, gegründet von seinen Lesern.“ Mit dem Einsatz von 60 Euro wird man Mitglied der Community. Während die Plattform und die Artikel für jeden User zugänglich ist, werden exklusive Inhalte, Kommentarmöglichkeiten, Newsletter, Workshops, Lesungen, Diskussionen und spezielle Features nur den Community-Mitgliedern vorbehalten sein.

Auf der Webseite sind 25 (28) Journalisten aufgelistet, die für das Projekt arbeiten werden. Die Themenschwerpunkte sind bunt gemischt.

Nach dem Start der Crowdfunding Kampagne ließ die Kritik nicht lange auf sich warten.  Sehr schnell wurden die Impulse aufgegriffen und Verbesserungen angestrebt: die Webseite wurde weiterentwickelt, Herausgeber und Redakteure beantworteten Fragen und das Blog zur Kampagne schaffte Transparenz.

In dem Blog findet sich auch der Beitrag „Es gibt Zehn fantastische Gründe, Krautreporter zu unterstützen„. In diesen zehn Punkten geht es um eine Vision von Onlinejournalismus, die die Krautreporter gebündelt und im Team leben wollen: es geht um qualitativ hochwertigen Content und ein werbefreies und unabhängiges Angebot.

Die folgenden Links geben einen Überblick über die breite Diskussion und Kritik.

DIe für mich wichtigsten Fragen oder Diskussionen aus den Artikeln habe ich in eigenen Worten jeweils kursiv darunter geschrieben. Die Stichpunkte werden in den Learnings am Ende dieses Blogbeitrags zusammengefasst.

Fünf Gründe, die sich auf wichtige Bereiche eines Projektes beziehen: Präsentation, Team & Themen, Webtechnologie, Bezahlverfahren, Informationspolitik.

 Der Beginn des Projektes mit technischen Problemen und der Frage nach den Inhalten.

Ein wichtiger Punkt zu dem Projekt von einem Krautreporter: Über den Zwang im Onlinejournalismus viele Klicks zu produzieren und wie sich „Krautreporter“ davon unterscheiden wird.

„Einfach mal machen“ – das sagt alles.

Keine Frauen in der Redaktion bedeutet keine Frauen auf der Unterstützerseite?

Kritik hat ihre Berechtigung. Genauso wichtig sind die Unterstützung und der Jubel über ein neues Projekt.

Der Punkt mit dem „Gelingen“.

 Der Frauenanteil und Prioritäten…

Interview zu wichtigen Punkten der Krautreporter und dem Thema „Freiheit des Onlinejournalismus“.

Nichts neues, außer das Abo-finanzierte Geschäftsmodell?

Die Ansprache des normalen Bürgers.

Die Frage schlechthin: „Wer will das?“

Die Herausforderungen des Teams.

Aufruf an die Krautreporter das Potenzial in der Crowdfunding Phase zu nutzen und Interaktion zu leben.

Ein erstes positives Resümee.

Ohne Emotionen und ohne Kommunikation ist’s eher so…

Kritische Fragen zum Konzept, der Frauenquote und Werbefinanzierung.

Die Learnings

Wenn ein Projekt so öffentlich stattfindet, können die diskutierten und kritisierten Punkte herausgearbeitet und in Learnings umgewandelt werden.

Zielgruppe

  • Erzählt nicht nur, warum ihr das Projekt toll findet, sondern warum die Crowd es toll finden wird. Ihr macht es nicht für euch, sondern für eure Zielgruppe.
  • Keine Mitglieder eurer Zielgruppe ausschließen oder Hürden für die Zielgruppe aufstellen (z.B. Zahlung nur mit Kreditkarte).
  • Sprich nicht nur deine „Filterbubble“ an. Wenn deine Zielgruppe nicht nur aus Experten bestehen soll, dann richte deine Kommunikationsstrategie auch danach aus. Wenn schon nicht zum Start, dann zumindest danach. Denn falls das Crowdfunding finanziell nur einen bestimmten Zeitraum abdeckt, fallen die „wir wollten uns das nur mal anschauen“-Supporter weg.
  • Macht euren Mitgliedern / Supportern deutlich, was sie erwarten können und was ihr Vorteil ist.

Das Projekt (Inhalt und Präsentation)

  • Bezüglich des Inhalts überprüfen, ob das Projekt verständlich ist.
  • Bei großen Summen, bietet sich Transparenz an: z.B. wofür wird das Geld genau eingesetzt? Wie teilt sich das Verhältnis der Gehälter und der technischen Entwicklung auf.
  • Achtet auf professionelles Design und funktionierende Technik. Je höher das Projekt-Volumen und je mehr Supporter es braucht, desto höher auch der Anspruch der Supporter.
  • Bietet Widgets, Banner etc für die Supporter an, die das Projekt in ihrem Blogbeitrag einbinden wollen.

Team und Verantwortlichkeiten

  • Stellt das Projekt-Team so ausführlich wie möglich vor. Sagt, was jeder einzelne für das Projekt beitragen kann. Evtl. kann auf Projekte oder Arbeiten verlinken werden.
  • Bestimmt in dem Projekt Verantwortliche für die verschiedene Aufgaben während der Crowdfunding-Kampagne. Eine wichtige Aufgabe ist die Kommunikation: Wer ist zuständig und wer antwortet auf Fragen. Wie schnell wollt ihr das tun?
  • Besprecht, wie jedes einzelne Teammember das Crowdfunding unterstützen kann.

Fragen und Kritik

  • Lasst Kritik zu und reagiert darauf zeitnah. Nicht nur auf der eigenen Plattform, sondern auch dort, wo die Kritik auftaucht (Monitoring).
  • Kritik ernst nehmen und diese zum Anlass nehmen, das Konzept zu verfeinern.
  • Wichtige Fragen (i.S.v. inhaltlich) nicht nur einer Person beantworten, sondern öffentlich zugänglich machen.

Technik

  • Vorsicht bei der Benutzung von URLs die vorher für andere Projekte genutzt wurden. Auch beim Namen kann es zu Verwirrung kommen, wenn Artikel zum Suchbegriff auftauchen, die älter sind und ein anderes Konzept beschreiben. Einige verwendete Links erzeugen auf einmal Fehlermeldungen.

 

Bis zum 13. Juni heißt es erst einmal weiter crowdfunden für die Krautreporter.  Dann heißt es hoffentlich: die Crowdfunding Kampagne war erfolgreich!

Lasst uns über lokales Crowdfunding sprechen

In der letzten Zeit tauchen Pressemitteilungen auf, die auf eine lokale oder regionale Crowdfunding-Plattform aufmerksam machen.

Was hat es damit auf sich und wie ist „lokal“ zu definieren? Die Plattformen zeigen, dass lokales Crowdfunding von verschiedenen Seiten gedacht werden kann.

Crowdfunding aus der Stadt

Die Plattform „Crowdfunding Berlin“ unterstützt alle Berliner, die via Crowdfunding oder Crowdinvesting ihre Projekte finanzieren möchten. So ergibt sich ein buntes Bild verschiedener Projekte. Musiker möchten ihre Albenproduktion finanzieren, es geht um die Veröffentlichung von Büchern und um die Eröffnung einer Pop up Gallery. Nicht jedes dieser Projekte muss dafür tatsächlich in der Hauptstadt spielen.

Vielmehr ist das Ziel: „über das Geschehen in Berlin zu berichten“ und „eine Übersicht aller Projektaktivitäten in Berlin zu geben.“ (Quelle: http://www.crowdfunding-berlin.com/de/faq-fakten/ueber-uns/)

Den gleichen Ansatz hat auch „Dresden Durchstarter“ (http://www.dresden-durchstarter.de/). Von einer Albenproduktion bis zum Reisebuch „Süd-Ost-Afrika“ sind die Themen und Aktionsbereiche gemischt.

Nordstarter – Crowdfunding in Hamburg bezeichnet sich als die erste regionale Crowdfunding Plattform in Deutschland mit dem Ziel, das kreative Leben in Hamburg voranzubringen. Im Gegensatz zu Crowdfunding Berlin scheint Nordstarter von den Themen her näher an seiner Stadt Hamburg zu sein.

Das zeigt sich an Projekten wie dem experimentellen Tanzfilm: „‚Meerjungfrau‘ aus Hamburg“ oder der „ONLINE-KLEIDEREI – Kleider leihen statt kaufen!“

Ein Projekt aus Hamburg für Hamburg ist z.B. „Hamburg’s neue Skatehalle kommt ins Rollen!“, bei dem es um die Eröffnung einer Skatehalle in Hamburg geht.

Und damit sind wir bei einem zweiten Typus des lokalen Crowdfunding angekommen. Während die vorangegangenen Beispiele den Ort der Projektstarter in den Fokus stellen, aber sich die Projekte nicht zwangsläufig auf die Stadt beziehen müssen, geht es im Folgenden um Beispiele, die dem Motto folgen: wir setzen Projekte in unserer Stadt um.

Crowdfunding für die Stadt

Als Beispiel kann hierfür der Hamburger Weg genannt werden. Der Schwerpunkt liegt auf sozialen Projekten in Hamburg. Aktuell sucht das Projekt „Bildungsangebote für Zuwandererkinder“ finanzielle Unterstützung.

Hinter dieser Plattform steht der Hamburger Sport-Verein e.V. der die Gemeinschaft und sportliche Fairness fördern möchte und damit die aktive Gestaltung und das Verantwortungsbewusstsein unterstützt.

Genauso lokal getrieben ist die Plattform „all zesamme“ eine Initiative der Kölner Bank eG. Ganz gleich ob „Trainingsmaterial für TPSK-Fussballkids“ finanziert werden soll oder die „Modernisierung der Geschäftsstelle des Bürgervereins Köln-Zollstock“, hier finden die Kölner die Projekte ihrer Stadt wieder.

Im Großen und Ganzen eine Marketing-Aktion

So verschieden die zwei Konzepte der lokalen Crowdfunding Plattformen sind, so verschieden sind auch die Unternehmen und Betreiber.

Den drei erstgenannten Plattformen ist gemein, dass sie städtische Unternehmen oder Landesgesellschaften sind.

  • Dresden Durchstarter: Dresden Marketing GmbH ist ein städtisches Unternehmen.
  • Crowdfunding Berlin wird von der Kulturprojekte Berlin GmbH betrieben, einer gemeinnützigen Landesgesellschaft zur Förderung, Vernetzung und Vermittlung von Kultur.
  • Nordstarter: Hamburg Kreativ Gesellschaft mbH, städtische Einrichtung

Während die Plattformen mit den sozialen und vor Ort Projekten durch Vereine und Unternehmen gefördert werden.

Ihr kennt weitere Beispiele lokaler Crowfunding Plattformen? Dann nutzt gerne die Kommentare, um die Liste zu ergänzen.

„Staatliches“ Crowdfunding in Stockholm

Seit erstem April 2011 hat Stockholm eine Crowdfunding Initiative (Crowdculture.se) gestartet, die es den Stockholmern erlaubt in kulturelle Projekte ihrer Stadt zu investieren.

Über die Plattform Crowdculture.se können Privatpersonen oder Gruppen Geld in die jeweiligen lokalen, kulturellen Projekte investieren, selbst Projekte starten oder sich auf andere Art und Weise in die Projekte einbringen (Austausch, Marketing, etc.). Der Mindesteinsatz beträgt 5 Euro und ein einzelnes Projekt wird um 2500 Euro liegen. Diese Summe wird von den Projektownern als umsetzbar  eingestuft.

In der Testphase von Ende Oktober 2010 bis Ende Januar 2011 wurde öffentlich nach Projekten und Funding-Möglichkeiten aufgerufen.
Der Test wurde mit verschiedenen Parteien durchgeführt: erstens der „Innovativ Kultur“ (ein kultureller Fond der Stadt Stockholm), dem Schwedischen Institut für Computerwissenschaften, die das Projektmanagement übernommen haben, „Fabel Communications“ (Projektowner) und last but not least natürlich den aktiven Teilnehmern auf der Seite.

Auf Scribd finden sich weitere Infos zu der Testphase.

Zwei Punkte finde ich an der Initiative besonders gut: es können Projekte jeder Art und jeder Größe unterstützt werden – solange es den Fundern gefällt und 2) der lokale Rahmen stellt einen direkten Bezug zwischen Fundern und Projektinhabern her.

Wenn man doch nur öfter wüßte, was in der eigenen Stadt so alles existiert…