Crowd Funding – nur wo ist meine Crowd?

Die Idee im Kopf,  schon eine Strategie für ein Projekt, aber noch kein Forum ein neues Projekt zu präsentieren?

Inzwischen gibt es einige Plattformen, die sich dem Sammeln von Spenden und Projektbeteiligungen verschrieben haben.

Eine der bekanntesten Plattformen für Crowdfunding ist Kickstarter. Kickstarter ist eine Plattform für kulturelle und künstlerische Projekte und ist sehr übersichtlich in Kategorien wie Film, Musik, Essen, Games und viele mehr aufgeteilt. Grafisch sehr gut aufbereitet werden die einzelnen Projekte vorgestellt und der Fortschritt des Crowdfunding dargestellt.

Das angenehme an dem Konzept von Kickstarter – und den meisten anderen Crowdfunding Plattformen – ist die Devise, dass nur Geld fliest (sowohl in die Projekte als auch in Form der 5% Gebühr die Kickstarter einstreicht), wenn ein Projekt voll ausfinanziert werden konnte. Natürlich ist dieser Ansatz für manche Projekte, die ggf. auch mit weniger Mitteln umgesetz hätten werden können etwas unpraktisch. Mancher Financier, wäre wohl auch damit einverstanden, wenn das Projekt mit wengier Aufwand oder in etwas schlechterer Qualität doch noch umgesetzt würde, aber die Grundidee, dass wer für ein Projekt, dass z. B. mit 5.000 € kalkuliert wurde, Geld gibt, auch erwartet, dass ein entsprechend großes Projekt zu Stande kommt, ist nicht von der Hand zu weisen.

Die Finanzierung der Kickstarter Projekte wird über Amazon’s Flexible Payments Service abgewickelt. Leider ist es bisher nur möglich Kickstarter zu nutzen, wenn man ein amerikanisches Bankkonto hat. Nach eigenen Aussagen, arbeitet Kickstarter aber an einer Internationalisierung, hier ist noch etwas Geduld gefragt.

Kickstarter schließt es größtenteils aus, Spenden für gemeinnützige Zwecke zu sammeln und setzt auf kreative Projekte, die gegen eine Belohnung/einen „Reward“ (Nennung von Namen, DVDs, Erstprints etc. ) unterstützt werden. Betterplace hingegen konzentriert sich vor allem auf Hilfsprojekte, bei denen die Belohnung des Helfenden durch Rewards nicht im Vordergrund steht:

In Betterplace kann man Projekte einstellen mit einem finanziellen oder auch Sachmittelbedarf und gleichzeitig ein Netzwerk aufbauen, um genügend Spenden zu erhalten. Ist der Bedarf des Projektes oder eines Teilprojektes gedeckt, so bekommt man die Spende ausgezahlt. Interessant ist das Konzept, dass der eigetlichen Spendensammlung auch Führsprecher für Projekte gesucht werden, um die Seriösität zu untermauern und darüber hinaus Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich mit bestimmten Projekten zu identifizieren oder an ihnen zu partizipieren und damit corporate social responsibilty zu zeigen.

Betterplace  ist als Stiftung organisiert und garantiert, dass 100% aller privaten Spenden ohne Abzüge weitergeleitet werden. Laufende Kosten werden aus dem Gewinn der betterplace Solutions GmbH – die es Unternehmen gegen Gebühr ermöglicht ihr soziales Engagement auf betterplace.org vorzustellen – sowie von Förderern finanziert.

Wie man sieht, kann Crowdfunding die unterschiedlichsten Ausprägungen annehmen. Als ein letztes Beispiel sei hier crowdfund vorgestell, eine südafrikanische Initiative, die sich an Start-Up Unternehmen und deren potenziellen  Förderer aus dem Kontext von Business-Unternehmen richtet. crowdfund selbst evaluliert dabei mit Hilfe einer Jury Ideen im Vorhinein. Wenn diese erste Hürde geschafft ist, werden die Gewinner- Projekte professionell begleitet, Konzept und Businessplan werden überarbeitet und es gibt rechtliche und marketing-technische Unterstützung von Mentoren.

Aus einem Netzwerk von Investoren und Unterstützern werden potenzielle Partner mit den Start-Ups zusammen gebracht, die das Projekt gemeinsam bis zu einer Prototypstufe vorantreiben. Aus einem Basispool von ca. 1000 Investoren werden sowohl Mittel als auch Knowhow rekrutiert, um diese erste Förderrunde zu gewährleisten. Nach dem erfolgreichen Ferttigstellen eines Prototypen werden weitere Investoren angesprochen, um die Projekte zur Marktreife zu führen.

Die vorgestellten Plattformen sind Beispiele für Wege seine Crowd professionell anzusprechen. Der Blog smartermoney aus den Niederlanden  hat eine sehr gut sortierte Liste von weiteren Crowdfunding Plattfomen zusammengestellt, die es sich zu erkunden lohnt.

Selbstverständlich reicht es nicht,  sein Projekt ausschließlich auf einer dieser Seiten zu platzieren. Informationen und Werbung auf eigenen Homepages, Social Media Seiten, Blogs oder über Medienpartnerschaften sind unerlässlich um eien erfolgreiches Crowdfunding Projekt durchzuführen. Da die meisten Plattformen, die sich mit Crowdfunding / Financing beschäftigen stark auf den Community Gedanken setzen, ist es wichitg fortlaufend über das Projekt zu berichten und der Community Interaktionsmöglichkeiten anzubieten.

Wir würden uns freuen, über weitere Plattformen und best practice Beispiele hier oder auf Facebook zu lesen!

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4 Gedanken zu „Crowd Funding – nur wo ist meine Crowd?

  1. Markus

    Hallo zusammen,

    wirklich guter Artikel zum Thema. Und ein gute Idee einen deutschen Blog für Crowdfunding aufzubauen.

    Doch was war das Problem bei Crowdfunding in Deutschland bisher? Es gab keine deutsche Plattform. Das wird sich bald ändern!

    Mit mySherpas (www.mysherpas.com) wird in den nächsten Wochen endlich eine Crowdfunding-Plattform in Deutschland starten.

    Wir freuen uns schon drauf.

    Markus von mySherpas

    Antwort
  2. Denis Bartelt

    Auf der stARTconference 2010 haben wir unsere Plattform http://www.startnext.de gelaunched – die in den nächsten Tagen mit den bereits eingetragenen Projekten startet. Startnext ist seit März 2010 am Netz und ist mit dem innovativsten Finanz- und Transaktionskonzept ausgestattet, welches auch weltweit seines Gleichen sucht. Schaut mal vorbei und viel Erfolg für Euren Blog!

    Denis von startnext.de

    Antwort
  3. Friederike

    Hi,

    ich stimme Markus zu, wirklich eine super Idee, die Entwicklungen im Crowdfunding auch mal in Deutschland (bzw. auf Deutsch) in einem Blog zu dokumentieren. Mit dem Internet 2.0 gibt es ja da ganz neue Möglichkeiten und es tut sich gerade eine Menge! Eine andere deutsche Plattform für das Crowdfunding von Kunstprojekten ist übrigens startnext.de.

    Wir bei Seedmatch (www.seedmatch.de) wenden Crowdfunding als erste deutsche Plattform für Gründungsfinanzierung von Start-ups an, so ähnlich wie Crowdfund. Das Besondere bei uns ist, dass die Menschen (die Crowd) ihr Geld nicht spenden, sondern investieren. Das heißt, jeder Geldgeber erhält als Gegenwert für sein Investment eine Beteiligung an den jeweiligen jungen Unternehmen, in die er investiert. So gewinnen beide Seiten: die Startups bekommen ihre Startfinanzierung plus die Unterstützung vieler Mikroinvestoren, die an das Gründungskonzept glauben und den Wert ihrer Beteiligung mit Mundpropaganda (bspw. via Social Media) steigern können. Und Menschen „wie du und ich“ bekommen eine neue Möglichkeit der Kapitalanlage: schon ab kleinen Beträgen kann man nun gezielt in Startups investieren und vom hohen Wachstumspotential der ersten Unternehmensjahre profitieren. Die Mikroinvestoren sind also wie Mini-Business-Angels.

    Ein funktionierendes Best-practice-Beispiel für dieses Modell ist wiseed.fr aus dem Nachbarmarkt Frankreich, über das in weniger als 1 Jahr schon 11 Startups crowdfinanziert worden sind. Da es speziell in Deutschland an Beteiligungskapital für innovative Unternehmensgründungen fehlt, werden alternative Konzepte wie Crowdfunding dringend benötigt. Mit Seedmatch wollen wir dazu beitragen, dass mehr Startups eine Chance bekommen.

    Antwort
  4. Pingback: Die Werkzeugkiste des Crowdfunding – part one « best practices crowdfunding – der blog

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