Deutsche Bands bei Sellaband und der Faktor „Zeit“

Bei diesem Posting geht es weniger um die Plattform Sellaband als um die deutschen Musiker und deren Crowdfunding-Ziele und -Aktivitäten.

Was machen die deutschen Bands besonders gut? Und was könnten Hindernisse sein, bzw. welchen Schwierigkeiten sehen sich die Bands gegenüber gestellt? Trotz gelegentlichem Hohn und Spot stehen Public Enemy kurz vor dem Erreichen ihres Funding-Ziels. Nur noch 16% (Stand: 26.09.2010) fehlen für die Produktion ihres Albums. Nachdem die erste Zielsumme mit $250.000 (ein Anteil zu $2.500) zu hoch angesetzt war, werden nun 59.100 Euro (ca. $80.000) gesammelt. Die Mindest-Spendensumme beträgt 19,70 Euro.

Zugegebenermaßen keine deutsche Band, aber ein wichtiger Punkt scheint die Funding-Zielsumme und die Funding-Zeit zu sein.

Bei Sellaband gibt es keine zeitliche Einschränkung. Keinen zeitlichen Rahmen bis wann die Finanzierungssumme erreicht sein muss. Sicherlich ein Vorteil gegenüber den Plattformen, die nur bei erreichen der kompletten Zielsumme innerhalb eines gewissen Zeitraums die Spendensumme auszahlen – aber auch eine Gefahr, dass das Projekt im Sande verläuft.

Wie sieht es mit den Deutschen Bands bei Sellaband aus?

Die Top 5 (Ranking nach der aktuell erreichten Summe) benötigen für ihre Albumproduktion eine weit aus geringere Summe als Public Enemy und bieten Anteile ab knapp acht Euro an.

Kirt (Funding Target: 39.400, Amount: 7.360 entspricht 18%)
:: blister :: (39.400, 4.421, 11%)
Wildcat (6.400, 4.310, 67%)
Unbuttoned Heart (27.000, 1.160, 4%)
Simeon (7.900, 1.087, 13%)

Die Band an Position zwei hat bereits aufgegeben und folgendes in ihrem Blog auf Sellaband gepostet: „Finally we have decided due to different reasons and all the changes from Sellaband to give up this project. We do not see a big chance to reach our final goal and besides that Blister has split a few weeks ago – not the friendship – only the band. We hope you will understand this.“ (:: blister ::)

Je länger die Bands dabei sind, desto schwieriger wird es, die Kommunikation aufrecht zu erhalten und das Projektziel zu erreichen.

Kirt (bei Sellaband seit seit August 2006) Social Media Aktivitäten: Facebook: 2150 Fans, MySpace, Twitter: 119 Follower, Website: neonlegion.com
Wildcat (dabei seit Februar 2007) Social Media Aktivitäten: Myspace, Youtube, Last.fm, Website: http://www.thesixtyone.com/Wildcatsounds, talentcast.nl
Unbuttoned Heart (dabei seit August 2010) Social Media Aktivitäten: Facebook: 379 Fans, Website: http://www.unbuttonedheart.com/ubh/
Simeon (dabei seit: August 2006) keine Social Media Links

Im deutschen Crowdfunding, so scheint es, muss man einen langen Atem haben.

Stimmt aber nicht, wenn man sich das Beispiel von Angelika Express anschaut, die in kürzester Zeit die Finanzierung ihres Albums auf die Beine gestellt haben.

Kreative Ideen (Benefits) und Aufmerksamkeit (Social Media, klassische Medien) sind grundlegende Bestandteile des Crowdfunding – eine realistische Einschätzung des Projekts und der Projektrealisierung darf dabei aber auch nicht fehlen.
Nicht umsonst haben Public Enemy ihre anfängliche Spendensumme von $250.000 reduziert – ihnen war die Dauer, bis die Spende erreicht sein würde, zu lang. Blister haben nach fast vier Jahre aufgegeben.

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2 Gedanken zu „Deutsche Bands bei Sellaband und der Faktor „Zeit“

  1. Markus

    Hallo zusammen,

    wieder mal ein interessanter Artikel mit ein paar interessanten Fakten. Danke.

    Ich halte Zeit natürlich auch für einen der entscheidenden Faktoren bei Crowdfunding. Allerdings glaube ich, dass man sich sehr klar überlegen muss, ob man die Finanzierung eines Projektes über einen langen Zeitraum laufen lässt. Viele Beispiele von anderen Plattformen haben eher bewiesen, dass es sinnvoll sein kann nur eine kurze Phase für das Funding anzusetzen. In dieser Zeit muss man dann aber all seine Energie darauf setzen, seine Crowd zu finden und für die Unterstützung zu begeistern.

    Aber ich bin genau wie ihr gespannt, wie die Deutschen mit dem Thema Crowdfunding umgehen werden. Sehr gespannt sogar!

    Markus
    (www.mySherpas.com)

    Antwort
  2. Katja Autor

    Hallo Markus, ihr hattet ja auch den Link von den Kickstarter-Analysen gepostet. Den will ich den restlichen Lesern auch nicht vorenthalten: http://blog.kickstarter.com/post/1162195899/trends-in-pricing-and-duration

    Grundsätzlich finde ich die Analyse eines Projekte sehr wichtig. Je mehr man über seine Funder weiß, desto besser kann man sie oder potenzielle Funder auch ansprechen und motivieren. Wäre auch mal eine spannende Sicht auf ein Projekt…

    Antwort

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