Archiv der Kategorie: Best Practice Beispiele

Das Crowdfunding-Projekt „Krautreporter“

Wer sich für Crowdfunding interessiert, kommt dieser Tage nicht umhin, sich mit den Krautreportern zu beschäftigen.

Schon auf der re:publica14 wurden auf dem Panel „Lohnt sich Onlinejournalismus überhaupt noch? Das Problem der Monetarisierung“ die Themen „De Correspondent“  und ein 60 Euro „Jahresbeitrag“ für ein nachhaltiges, gut recherchiertes Onlinemagazin diskutiert. Zum Abschluss stellte Moderator Philip Banse die Frage ans Publikum (ab Minute 44:00), wer bereit wäre 60 Euro im Jahr für solch ein journalistisches Projekt zu bezahlen. Die Resonanz war verhalten.

Am 13.05. war es dann so weit und die Krautreporter schoben den Vorhang zur Seite und präsentierten sich der Öffentlichkeit.

Der Link zur Crowdfunding Kampagne: https://krautreporter.de/das-magazin

http://blog.krautreporter.de/

https://www.facebook.com/Krautreporter

https://twitter.com/Krautreporter

„Ihr seid die Crowd, wir sind die Reporter. Zusammen sind wir Krautreporter.“ So der Slogan des Projektes. Zwei Seiten, die sich zusammenschließen, um folgendes zu kreieren: „Krautreporter ist ein tägliches Magazin für die Geschichten hinter den Nachrichten. Werbefrei, gemacht für das Internet, gegründet von seinen Lesern.“ Mit dem Einsatz von 60 Euro wird man Mitglied der Community. Während die Plattform und die Artikel für jeden User zugänglich ist, werden exklusive Inhalte, Kommentarmöglichkeiten, Newsletter, Workshops, Lesungen, Diskussionen und spezielle Features nur den Community-Mitgliedern vorbehalten sein.

Auf der Webseite sind 25 (28) Journalisten aufgelistet, die für das Projekt arbeiten werden. Die Themenschwerpunkte sind bunt gemischt.

Nach dem Start der Crowdfunding Kampagne ließ die Kritik nicht lange auf sich warten.  Sehr schnell wurden die Impulse aufgegriffen und Verbesserungen angestrebt: die Webseite wurde weiterentwickelt, Herausgeber und Redakteure beantworteten Fragen und das Blog zur Kampagne schaffte Transparenz.

In dem Blog findet sich auch der Beitrag „Es gibt Zehn fantastische Gründe, Krautreporter zu unterstützen„. In diesen zehn Punkten geht es um eine Vision von Onlinejournalismus, die die Krautreporter gebündelt und im Team leben wollen: es geht um qualitativ hochwertigen Content und ein werbefreies und unabhängiges Angebot.

Die folgenden Links geben einen Überblick über die breite Diskussion und Kritik.

DIe für mich wichtigsten Fragen oder Diskussionen aus den Artikeln habe ich in eigenen Worten jeweils kursiv darunter geschrieben. Die Stichpunkte werden in den Learnings am Ende dieses Blogbeitrags zusammengefasst.

Fünf Gründe, die sich auf wichtige Bereiche eines Projektes beziehen: Präsentation, Team & Themen, Webtechnologie, Bezahlverfahren, Informationspolitik.

 Der Beginn des Projektes mit technischen Problemen und der Frage nach den Inhalten.

Ein wichtiger Punkt zu dem Projekt von einem Krautreporter: Über den Zwang im Onlinejournalismus viele Klicks zu produzieren und wie sich „Krautreporter“ davon unterscheiden wird.

„Einfach mal machen“ – das sagt alles.

Keine Frauen in der Redaktion bedeutet keine Frauen auf der Unterstützerseite?

Kritik hat ihre Berechtigung. Genauso wichtig sind die Unterstützung und der Jubel über ein neues Projekt.

Der Punkt mit dem „Gelingen“.

 Der Frauenanteil und Prioritäten…

Interview zu wichtigen Punkten der Krautreporter und dem Thema „Freiheit des Onlinejournalismus“.

Nichts neues, außer das Abo-finanzierte Geschäftsmodell?

Die Ansprache des normalen Bürgers.

Die Frage schlechthin: „Wer will das?“

Die Herausforderungen des Teams.

Aufruf an die Krautreporter das Potenzial in der Crowdfunding Phase zu nutzen und Interaktion zu leben.

Ein erstes positives Resümee.

Ohne Emotionen und ohne Kommunikation ist’s eher so…

Kritische Fragen zum Konzept, der Frauenquote und Werbefinanzierung.

Die Learnings

Wenn ein Projekt so öffentlich stattfindet, können die diskutierten und kritisierten Punkte herausgearbeitet und in Learnings umgewandelt werden.

Zielgruppe

  • Erzählt nicht nur, warum ihr das Projekt toll findet, sondern warum die Crowd es toll finden wird. Ihr macht es nicht für euch, sondern für eure Zielgruppe.
  • Keine Mitglieder eurer Zielgruppe ausschließen oder Hürden für die Zielgruppe aufstellen (z.B. Zahlung nur mit Kreditkarte).
  • Sprich nicht nur deine „Filterbubble“ an. Wenn deine Zielgruppe nicht nur aus Experten bestehen soll, dann richte deine Kommunikationsstrategie auch danach aus. Wenn schon nicht zum Start, dann zumindest danach. Denn falls das Crowdfunding finanziell nur einen bestimmten Zeitraum abdeckt, fallen die „wir wollten uns das nur mal anschauen“-Supporter weg.
  • Macht euren Mitgliedern / Supportern deutlich, was sie erwarten können und was ihr Vorteil ist.

Das Projekt (Inhalt und Präsentation)

  • Bezüglich des Inhalts überprüfen, ob das Projekt verständlich ist.
  • Bei großen Summen, bietet sich Transparenz an: z.B. wofür wird das Geld genau eingesetzt? Wie teilt sich das Verhältnis der Gehälter und der technischen Entwicklung auf.
  • Achtet auf professionelles Design und funktionierende Technik. Je höher das Projekt-Volumen und je mehr Supporter es braucht, desto höher auch der Anspruch der Supporter.
  • Bietet Widgets, Banner etc für die Supporter an, die das Projekt in ihrem Blogbeitrag einbinden wollen.

Team und Verantwortlichkeiten

  • Stellt das Projekt-Team so ausführlich wie möglich vor. Sagt, was jeder einzelne für das Projekt beitragen kann. Evtl. kann auf Projekte oder Arbeiten verlinken werden.
  • Bestimmt in dem Projekt Verantwortliche für die verschiedene Aufgaben während der Crowdfunding-Kampagne. Eine wichtige Aufgabe ist die Kommunikation: Wer ist zuständig und wer antwortet auf Fragen. Wie schnell wollt ihr das tun?
  • Besprecht, wie jedes einzelne Teammember das Crowdfunding unterstützen kann.

Fragen und Kritik

  • Lasst Kritik zu und reagiert darauf zeitnah. Nicht nur auf der eigenen Plattform, sondern auch dort, wo die Kritik auftaucht (Monitoring).
  • Kritik ernst nehmen und diese zum Anlass nehmen, das Konzept zu verfeinern.
  • Wichtige Fragen (i.S.v. inhaltlich) nicht nur einer Person beantworten, sondern öffentlich zugänglich machen.

Technik

  • Vorsicht bei der Benutzung von URLs die vorher für andere Projekte genutzt wurden. Auch beim Namen kann es zu Verwirrung kommen, wenn Artikel zum Suchbegriff auftauchen, die älter sind und ein anderes Konzept beschreiben. Einige verwendete Links erzeugen auf einmal Fehlermeldungen.

 

Bis zum 13. Juni heißt es erst einmal weiter crowdfunden für die Krautreporter.  Dann heißt es hoffentlich: die Crowdfunding Kampagne war erfolgreich!

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„Staatliches“ Crowdfunding in Stockholm

Seit erstem April 2011 hat Stockholm eine Crowdfunding Initiative (Crowdculture.se) gestartet, die es den Stockholmern erlaubt in kulturelle Projekte ihrer Stadt zu investieren.

Über die Plattform Crowdculture.se können Privatpersonen oder Gruppen Geld in die jeweiligen lokalen, kulturellen Projekte investieren, selbst Projekte starten oder sich auf andere Art und Weise in die Projekte einbringen (Austausch, Marketing, etc.). Der Mindesteinsatz beträgt 5 Euro und ein einzelnes Projekt wird um 2500 Euro liegen. Diese Summe wird von den Projektownern als umsetzbar  eingestuft.

In der Testphase von Ende Oktober 2010 bis Ende Januar 2011 wurde öffentlich nach Projekten und Funding-Möglichkeiten aufgerufen.
Der Test wurde mit verschiedenen Parteien durchgeführt: erstens der „Innovativ Kultur“ (ein kultureller Fond der Stadt Stockholm), dem Schwedischen Institut für Computerwissenschaften, die das Projektmanagement übernommen haben, „Fabel Communications“ (Projektowner) und last but not least natürlich den aktiven Teilnehmern auf der Seite.

Auf Scribd finden sich weitere Infos zu der Testphase.

Zwei Punkte finde ich an der Initiative besonders gut: es können Projekte jeder Art und jeder Größe unterstützt werden – solange es den Fundern gefällt und 2) der lokale Rahmen stellt einen direkten Bezug zwischen Fundern und Projektinhabern her.

Wenn man doch nur öfter wüßte, was in der eigenen Stadt so alles existiert…

Räumliche Distanz und Beziehungen

Als Public Enemy das Funding-Ziel über 50.000 Dollar im Oktober 2010 auf der Plattform Sellaband erreicht hatten, wollte ich über die Believers-Historie herausfinden, welcher Investor in welcher Phase des Projektes wieviele Anteile gekauft hatte.

Leider war das nicht so deutlich nachzuvollziehen, wie ich es mir erhofft hatte und der geplante Artikel konnte nicht erscheinen.

Im Januar 2011 haben Ajay Agrawal, Christian Catalini und Avi Goldfarb von der Universität von Toronto „The Geography of Crowdfunding*“ veröffentlicht. Und liefern damit eine tolle statistische Untersuchung zum Thema Crowdfunding.

Als Datengrundlage wurde jedes Investment auf der Plattform sellaband.com von August 2006 bis September 2009 analysiert. Insgesamt wurden in dem Zeitraum mehr als zwei Mio. Dollar investiert. Dabei haben „nur“ 34 Projekte 50.000 Dollar (und mehr) erzielt und damit 73% der kompletten Spendensumme über die Jahre (2 Mio Dollar) beigetragen. Diese 34 Projekte dienten als Grundlage für weitere Untersuchungen innerhalb der Studie bezüglich der Investoren und der räumliche Nähe/Distanz und bezüglich der persönliche Nähe/Distanz der Investoren zu den Projektinhabern.

Während Studien besagen, dass die räumliche Nähe von Investitoren zu einem Projekt eine große Rolle spielen, entfallen auf Crowdfunding Plattformen wie Sellaband räumliche Hürden. Und trotz allem erläutern die Autoren der Studie, dass räumliche Distanzen in den verschiedenen Phasen eines Projektes doch wiederzufinden sind.

Nach den Untersuchungen sind vor allem regionale Investoren in der ersten Phase der Projektfinanzierung ausschlaggebend und agieren unabhängig von anderen Investoren. D.h. es wird unabhängig davon investiert, wer oder wieviele Investoren sich bereits an einem Projekt beteiligt haben. Das liegt wahrscheinlich an der persönlichen Beziehung dieser ersten „Investoren-Gruppe“ (von den Autoren als F&F – Family and Friends bezeichnet) zu den Projektinhabern. So kommen Agrawal et al. zu dem Schluss, dass zwar räumliche Kosten über die Internetplattformen entfallen, aber soziale Beziehungen (und damit das räumliche Umfeld) sehr wohl eine Rolle spielen.

Mit den Investitionen der F&F’s (die sich in der Finanzierungsphase bis 10.000 – 20.000 Dollar einbringen) wird für andere Investoren ein Zeichen gesetzt, die zu einer späteren Phase die Finanzierung voranbringen. Sehr schön hat das Gijsbert Koren auf smartermoney grafisch dargestellt.

Die vollständige Studie inkl. aller Tabellen und Zahlen, findet sich bei Avi Goldfarb auf der Seite der University Toronto unter Working Papers: http://www.rotman.utoronto.ca/~agoldfarb/crowdfunding.pdf

Well done!

Best Practice: Bulungi – Hilfe für Kinder in Uganda e.V.

Hier ein erstes Beispiel für gelungenes Crowd Funding für humanitäre Projekte.

Bulungi – Hilfe für Kinder in Uganda e.V. setzt sich in Form von Patenschaften und Projekten für Kinder in Uganda ein – und das für mittlerweile 12 Kinderheime bzw. sogenannte „Foster Families“ sowie eine Schule, die durch zwei Partnerorganisationen vor Ort betreut werden.

Bulungi hat schon 15 Projekte erfolgreich über Betterplace finanziert, ein aktuelles Projekt ist derzeit zu 50 % erfüllt.

http://www.bulungi.de/

Die Projekte bei Bulungi sollen die Kinderheime unterstützten, es soll eine Verbesserung des Lebensstandards erreicht werden. Manche Projekte betreffen auch nur einzelne Kinder und Jugendliche, um ihnen die Schulbildung oder Ausbildung bzw. auch ein Studium zu ermöglichen, sofern hier keine Paten einspringen können.

http://de.betterplace.org/organisations/ugandakids

Auf Betterplace selbst werden die Projekte genau beschrieben und auch die Umstände, wie es dazu kam, das Projekt ins Leben zu rufen. Darüber hinaus werden Fortschritte auf Betterplace bekannt gegeben, genauso wie sich hier meistens auch Fürsprecher und Projektbesucher finden, die das Projekt aus persönlicher Sicht genauer erörtern und empfehlen können.

Zusätzlich werden die Projekte auch auf der Homepage von Bulungi beschrieben und alle Paten und Vereinsmitglieder werden, so fern nicht anders gewünscht, per E-Mail auf die Projekte und die Fortschritte aufmerksam gemacht.

Auch nach Abschluss der Projekte wird etwas über den Ausgang des Projektes berichtet, meist auch anhand einer Fotodokumentation und Dankesworten aus Uganda.

Durch diese Aktionen fühlen sich die Spender eingebunden und sind auch gerne bereit in Zukunft Bulungi nach den eigenen Möglichkeiten zu unterstützen.

Dieses Best Practice Beispiel zeigt, wie man auch durch viele kleine Spenden etwas erreichen kann, nämlich in dem man den Gesamtbedarf der Projekte in kleine, überschaubare Teile bzw. Positionen stückelt. Somit weiß man als Spender genau, wofür man gespendet hat. Sobald ein Teilbedarf vollständig finanziert ist, wird dieser schon von Betterplace ausgezahlt. Außerdem zeigt das Beispiel, dass man auch nach Beendigung des Crowd Fundings noch Informationen über den Ausgang des Projektes teilen sollte, damit die Spender auch in Zukunft bereitwillig spenden.

„Mickey wants you to talk about him“

Nein, es handelt sich nicht um einen Musiker „abroad“, der unsere Aufmerksamkeit erweckt hat. Mickey Monroe ist gebürtiger Nürnberger, der in München lebt und seit 2003 als Musiker und Songwriter unterwegs ist.

Und das Besondere dieses Musikers: hinter ihm steht keine Plattenfirma, die ihn promoted und unterstützt. Vom Plattenverkauf, der Vermarktung bis hin zum Verkauf der Konzerttickets liegt alles in seiner Hand und wird durch ihn abgewickelt.

Mit viel Kreativität versteht er es, seine Musikkarriere aufzubauen und seine Fan-Gemeinde aktiv einzubinden.

Auf Facebook hat er über 1100 Fans , auf  Twitter findet ein regelmäßiges und authentisches Update seiner musikalischen Aktivitäten statt, aber MySpace – ja MySpace- nutzt er in vollem Umfang und mit tollen Ideen.

Auf MySpace hat Mickey Monroe mittlerweile über 770.000 Profilaufrufe  und neben aktuellen Hinweisen fallen vor allem die Banner zu den „Streetteams“ und „Supportern“ auf. Die „Streetteams“, setzen sich aus Freunden und Freiwilligen zusammen, die Werbung machen und Flyer verteilen – als Gegenleistung erhalten sie Konzertkarten gratis. Die Supporter sind Gruppen, die nach Bundesländern/Staaten (USA) unterteilt sind und den Austausch über Mickey Monroe auf lokaler Ebene am Laufen halten sollen. Eher eine „inoffizielle“, aber öffentliche Gemeinde, in der jeder Auftrittsorte vorschlagen oder Konzerterfahrungen innerhalb der Fangemeinde austauschen kann (Beispiel: Bayern).

Und auch hier ist Mickey Monroe wieder aktiv: er postet Neuigkeiten, stellt Videos der Auftritte zur Verfügung, twittert über bevorstehende Proben und macht seinem MySpace-Slogan „IM ALLEINGANG ZUM ROCKSTAR“ alle Ehre. Ein beeindruckendes Beispiel darüber, wie man seine Fans involviert und über viel, viel Arbeit und Kreativität seinen Weg geht.

Well done, we talked about you…

Weitere Links:
Konzertinfos und Tourdaten: http://www.mickeymonroeconcerts.de
Website (im Aufbau): http://www.mickeymonroe.eu/
Onlineshop: http://www.mickeymonroeonlineshop.eu/

Interview mit Tim Busse: Geschäftsführer von mySherpas

Crowdfunding, Crowdfinancing, Crowdsponsoring. Hinter diesen Begriffen steckt die Idee, durch die Beteiligung einer Gruppe von Interessierten, ein Film-, Literatur-, Musik- oder gemeinnütziges Projekt zu finanzieren.
Natürlich kann man Einzelaktionen auf Projekthomepages und in speziellen Foren bewerben und an unterschiedlichster Stelle zu Spenden aufrufen. Zunehmend finden sich jedoch auch Plattformen, die eine besondere Infrastruktur, meist inklusive Bezahlsystem, bieten, um Projekte zu präsentieren und zu finanzieren und gleichzeitig eine Community aufzubauen und anzusprechen.

Eine der wenigen deutschen Plattformen, die eine solche Infrastruktur anbieten, ist das neue Portal mySherpas.com. Wir sprechen mit Tim Busse, einem der beiden Gründer von mySherpas.com:

Du baust zusammen mit Deinem Partner Markus Zabel eine Plattform auf, die Raum für Crowdsponsoring Projekte bieten soll.

Was versteht Ihr unter Crowdsponsoring und was zeichnet Eure Plattform aus?

Wir bieten auf unserer Community-Plattform eine Kombination aus den beiden Themen Crowdfunding und Fundraising, darum sprechen wir von Crowdsponsoring. Die Masse unterstützt den Einzelnen mit einem kleinen Beitrag.
Bei uns haben Menschen mit Ideen die Möglichkeit, ein Projekt zu präsentieren, an das sie glauben, für dessen Umsetzung ihnen aber das Startkapital fehlt. Die Projektinhaber (die sog. Gipfelstürmer) stellen ihr Projekt über das Portal einer breiten Öffentlichkeit per Video, Audio, Text oder Bildern vor und rühren dann die Werbetrommel über Freunde, Bekannte, Soziale Netzwerke oder die Medien. Dabei geben diese Sponsoren/Sherpas nicht nur Geld, sondern machen durch ihre sichtbare Unterstützung auch Mut.

mySherpas.com bieten dafür eine optimale Plattform, die es dem Gipfelstürmer ermöglicht sein Projekt optimal zu präsentieren und für sich zu werben. Wir schaffen mit mySherpas.com eine Plattform, die sich durch das einfache Handling und das äußert klare Design auszeichnet. Bei uns stehen die Projekte der Projektinhaber im Vordergrund und wir ermöglichen im Rahmen des Sponsorings die einfache und sichere Unterstützung via PayPal oder Direktüberweisung.

Unser Motto hier ist: Einfach – Sicher – Erfolgreich!

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Crowdsponsoring-Plattform ins Leben zu rufen?

Das Konzept Crowdsponsoring ist nicht neu. In Amerika wird es schon seit mehreren Jahren durch unterschiedliche Marktakteure erfolgreich betrieben. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Konzept tragbar ist und auch in Deutschland und Europa erfolgreich sein kann. Crowdsponsoring ist einfach und für jeden nachzuvollziehen.

Wir haben uns gedacht, was in den USA sehr erfolgreich funktioniert, muss bei uns auch funktionieren. Auch wenn die europäische Spendenkultur eine andere ist, so sind wir davon überzeugt, dass wir hier mit mySherpas.com diese Kultur verändern und so zahlreiche Ideen Wirklichkeit werden lassen können.

Wer verbirgt sich hinter dem Team von mySherpas?

Gegründet wurde das Unternehmen von mir, Tim Busse und meinem Partner Markus Zabel. Zur Verstärkung des Teams haben wir im Rahmen der Gründung im Sommer 2010 einen Rechtsanwalt, eine Texterin und eine PR-Agentur mit ins Boot geholt, um genügend Ressourcen zu haben, um das Thema adäquat vermarkten zu können.

Wir selbst kennen die Herausforderung, nicht genügend Geld zu haben, um unsere Ideen umzusetzen. Darum wollen wir andere mit unserer Plattform unterstützen, ihre Projekte Wirklichkeit werden zu lassen.

mySherpas.com wurde soeben gelauncht und ihr sammelt gerade die ersten Projekte, die es zu finanzieren gilt. Gibt es einen Fokus auf Projekte aus bestimmten Bereichen?

Fokussierung ist in der heutigen Zeit sicherlich ein wichtiges Schlagwort, allerdings nicht für unsere Crowdsponsoring-Plattform. Bei unseren Projekten gibt es keinen reinen Themenfokus, denn wir sehen den Nutzen unserer Plattform in unterschiedlichsten Bereichen. Wir sind davon überzeugt, dass sowohl Filmemacher, aber auch Künstler, junge Unternehmer oder Erfinder ihre Ideen auf der Plattform vorstellen werden. Musiker und andere kreative Menschen sind bei uns natürlich auch herzlich willkommen. Wir sind offen für alle Themen, sofern sie rechtlich in Ordnung sind.

Wie fällt das erste Feedback aus, gibt es bereits erste Projekte auf eurer Seite?

Ja, wir sind gerade zum 21. Oktober losgelaufen und treiben das Thema nun mit Vollgas voran. Wir konnten auch schon mit den ersten Projekten starten und es werden weitere folgen. Wir freuen uns über jedes neue Projekt. Sofern man das nach ein paar Tagen sagen kann, erhalten wir grundsätzlich positives Feedback und viel Zuspruch. Mal abwarten, wie groß die Bereitschaft der Leute sein wird, andere Menschen bei ihren Vorhaben zu unterstützen und ihnen so die Möglichkeit zu geben, ihre Projekte zu realisieren. Wir sind verhalten optimistisch, denn wir wissen natürlich auch, dass es genügend Skeptiker gibt. Wir wollen die Welt ein wenig bunter machen und freuen uns über jeden, der mitmacht, egal ob als Gipfelstürmer oder Sherpa. Crowdsponsoring lebt von der Masse. Wenn jeder ein bisschen gibt, dann kommt am Ende trotzdem viel zusammen und Projekte werden Realität.

Eine der bekanntesten Crowdfunding-Plattformen ist momentan die amerikanische Seite Kickstarter.com.

Warum braucht Deutschland und Europa eine weitere, bzw. eine eigene Plattform für das Thema Crowdsponsoring?

Kickstarter.com konzentriert sich bisher nur auf den US-Markt. Für deutsche Projekte ist es schwer, dort Unterstützer zu finden. Daher wollten wir das Thema dem deutschen und europäischen Markt nicht länger vorenthalten. Wir haben uns gesagt, wir legen los und bauen die Plattform jetzt und schauen nicht zu, bis andere aktiv werden.

Wir sind davon überzeugt, dass es Vertrauen schafft, wenn die Homebase der Plattform in Europa, besser gesagt in Deutschland, liegt. Der Nutzer fühlt sich einfach wohler, wenn er Projekte in seiner Muttersprache einstellen kann und das deutsche Recht Anwendung findet. Wir sind darum auch bemüht, die bestmöglichste Transparenz bei unseren Aktivitäten einzubringen, so dass jeder genau nachvollziehen kann, wie unser Geschäftsmodell aufgebaut ist, welche Kosten wo entstehen und wie sich mySherpas.com finanziert.

Zudem unterscheiden wir uns auch von den amerikanischen Plattformen, denn wir verbinden Crowdfunding und Fundraising und erzeugen so eine Art „Cross-Selling-Effekt“ und sprechen eine breitere Masse an, d.h. wir vereinen auf mySherpas die Crowdfunding und Fundraising Gemeinde.

Das Prinzip Crowdsponsoring ist ja in Deutschland noch nicht so weit verbreitet, habt Ihr eine Idee warum das so ist?

Die Spendenkultur in Deutschland ist karitativer Natur, was ja per se auch eine Art Crowdsponsoring ist, nur dass man dafür eine Spendenquittung erhält, die steuerlich absetzbar ist. Ganz so unbekannt ist das Thema also gar nicht. Wir möchten die Leute mit unserer Plattform vielmehr dazu bringen, umzudenken und ihnen aufzeigen, dass es auch ein gutes Gefühl vermitteln kann, wenn man andere dabei unterstützt, eine geniale Idee oder ein gutes Projekt zu realisieren, und dass es dabei nicht immer um einen ausschließlich gemeinnützigen Zweck gehen muss. Es kann auch einfach verrückt sein.

Je verrückter, je ausgefallener, je besser. Man kann auch auf diese Art, die Kultur und die Gesellschaft verändern. Die Frage nach dem „Warum“ sollte daher vielleicht gar nicht gestellt werden. Ich denke, manchmal ist es einfach an der Zeit, etwas zu wagen und damit sollte jeder dann auch direkt beginnen! Einfach nur nachzudenken und zu diskutieren, ist verlorene Zeit. Ein eigenes Projekt zu kreieren oder einen anderen zu unterstützen, das ist etwas sinnvolles! Also, lasst uns gleich damit beginnen! Erzählt Euren Freunden von mySherpas.com und tragt die Idee des Crowdsponsoring in jeden Winkel Deutschlands!

Wie soll das funktionieren?

Das funktioniert ganz einfach! Jeder sollte seine Freunde am besten noch heute entweder per Facebook, studiVZ, meinVZ, Xing oder Mail einladen, sich unsere Plattform anzuschauen und über das Thema Crowdsponsoring zu reden. Lasst uns die Diskussion einfach mal treiben und versuchen die zurückhaltende Sponsoringkultur in Deutschland aufzubrechen!

Wenn ich nun Lust bekomme, als Gipfelstürmer ein eigenes Projekt sponsoren zu lassen, wie geht das?

Als erstes besuchst du unsere Seite, registriert sich und schaust dir mal ein paar Projekte der anderen Gipfelstürmer an. In unserem Basislager wirst du viele wichtige Fragen und Antworten rund um das Anlegen eines Projektes finden. Anschließend klickst du einfach nur auf den Button „Eigenes Projekt starten“ und los geht es! Wenn du dann die ausgefüllte Projektvorlage abgeschickt hast, wird das mySherpas Team deinen Antrag prüfen und umgehend freigeben. Danach bist du gefragt, denn als Gipfelstürmer musst du dein soziales Netzwerk antreiben und die Werbetrommel für dein Projekt rühren. Nur so wirst du dein angegebenes Projektbudget erreichen und mit deinem Projekt erfolgreich werden. Da wir das Alles-Nichts-oder-Prinzip als Richtlinie verfolgen, erhält bei uns auch nur derjenige seine Sponsorengelder, der seine Projektbudget vollständig gesponsert bekommt. So geht niemand ein Risiko ein.

Ein Projekt online zu stellen, ist die eine Sache, aber die Frage bleibt, warum sich Menschen an Projekten beteiligen. Muss man dafür besondere Anreize schaffen und gibt es erste Erfahrungen im europäischen Raum, wie gut sich Sponsoren finden lassen?

Die Anreize bzw. Prämien, aber auch die Projektpräsentation, sind sicherlich ein wesentlicher Punkt des Crowdsponsoring, gerade um das Projekt erfolgreich werden zu lassen. Ein wichtiger Schritt ist das Projektvideo, in dem die Emotionen so rüber kommen, dass der Gipfelstürmer die Sherpas dazu bringt, dass eine Vertrauensebene aufgebaut wird. Aber die Leute wollen sich natürlich mit dem Projekt verbunden fühlen und etwas zurückbekommen, wobei da definitiv der ideelle Wert der Prämie zählt. Dabei sein ist alles.

Anhand Deiner Antworten wird klar, dass ihr mit viel Herzblut bei der Sache seid und voll hinter eurem Projekt steht. Aber mySherpas ist sicherlich kein Projekt aus reinem Selbstzweck. Wie finanziert ihr Euch?

Die Finanzierung folgt den gängigen Methoden. Die Nutzung der Plattform ist kostenlos, allerdings fällt eine Bearbeitungsgebühr im Falle einer erfolgreichen Projektwerbung in einer Höhe von 10% der gesamten eingenommenen Gelder an. Es gibt keine weiteren versteckten Kosten, damit sind alle Kosten gegenüber mySherpas abgedeckt, auch die PayPal-Kosten und Mwst. Aufwände.

Wie ist die weitere Planung für mySherpas?

Wir planen die Plattform in den nächsten Monaten zu europäisieren, d.h. es werden weitere Sprachen folgen. Zudem vermarkten wir die Plattform und sind auf der Suche nach zahlreichen attraktiven Projekten. Es bleibt natürlich auch nicht aus, dass wir unsere Gipfelstürmer bei der Präsentation ihrer Projekte unterstützen und auch über Öffentlichkeitsarbeit antreiben. Wir werden mit Partnern zusammenarbeiten, die hier aktiv bei der Projektvorbereitung und –durchführung mit ihrer Expertise und dem entsprechenden Know-How bedarfsweise von den Projektinhabern angesprochen werden können.

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen mySherpas viel Erfolg und viele spannende Projekte!

LEG IHN UM! – Jetzt den neuen Film von Jan Georg Schütte mitfinanzieren!

Jan Georg Schütte wurde mit Filmen wie DIE GLÜCKLICHEN und seiner TV-Serie KOFFIE TO GO bekannt. Auf seiner Homepage sagt er selbst: „16 Stunden Dreh am Stück, radikal kurze Drehzeiten und 4 Kameras gleichzeitig – das sind unsere Mittel mit denen wir in den letzten 6 Jahren Kinofilme gemacht haben“.
Auch sein neues, spannendes Projekt LEG IHN UM, ein Familienfilm der etwas anderen Art, wird durch viel Improvisation und den eigenwilligen Arbeitsstil des Regisseurs entstehen.

Der Film ist bereits zu Teilen finanziert und wird unter anderem von der nordmedia in Niedersachsen und Bremen sowie der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützt. Das Gesamtbudget ist derzeit auf 500.000 Euro festgelegt. Durch private Investoren, Fans und Sponsoren aller Art wollen Schütte und die Hamburger Produktionsfirma Riva Film rund 350.000 Euro sammeln. Drehstart soll im April 2011 sein.

Die Beteiligung an LEG IHN UM! ist ab der ersten Filmsekunde möglich. Von der Erwähnung auf der Homepage (25 – 100 Euro) bis zum Besuch am Filmset (5.000-10.000 Euro) ist jede Beteiligung denkbar. Leg was an! – lautet die Devise.

LEG IHN UM! wirft eine makabere Frage auf: Würdest du deinen Vater umbringen, wenn er dich darum bittet?

Und wenn dies die einzige Möglichkeit wäre, ein gigantisches Vermögen zu erben?
Und was würdest du tun, wenn er sterbenskrank wäre?
Was werden die Familienmitglieder der ehrwürdigen und reichen Traditionsfamilie Manzl tun?
Der alte und kranke Patriarch strebt eine radikale Lösung für seine Krankheit und die Übergabe der Firma in die Hände des durchsetzungsstärksten Nachfolgers an:

Wer es schafft, ihn innerhalb der nächsten Woche ins Jenseits zu befördern, bekommt die Firma. Schafft es keiner geht das Familienimperium an eine Stiftung.
Die Zeit läuft für die 4 Geschwister und ihre Partner. Allesamt sind sie den satten Reichtum gewohnt. Verzichten will keiner, aber den eigenen Vater umlegen – das ist eine Sache für sich.